Immer mehr Fahrzeughersteller erproben neue Wege in der Vor-Ort-Vermarktung ihrer Fahrzeuge durch Neugestaltung von Ausstellungsfläche – dem Showroom. Das jüngste mir bekannte Beispiel durfte ich vergangenen Montag in Augenschein nehmen: den Apple Store – Entschuldigung, den neuen Tesla Store in der Stuttgarter Innenstadt.

Als ich den Showroom betrete, sind bereits Interessenten im Gespräch mit einem Berater. Der Berater – wie sollte es anders sein – hat ein iPad in der Hand und steuert zielgerichtet auf den Gewinn der E-Mail-Adresse des Kunden hin. Dieser lehnt ab, da seine Suche bzw. der Kaufprozess noch nicht so weit fortgeschritten sei. Zu meiner Linken nehme ich eine Verkaufsberaterin mit einem Ehepaar gehobeneren Alters wahr. Der Raum, in dem sie sich befinden, ist vom Showroom aus zu sehen, jedoch durch eine Glastür getrennt, so dass in ruhiger Atmosphäre beraten werden kann.

Der ganze Laden wirkt wie ein Apple Store für Fahrzeuge: schick gemacht, mit netten Ecken zum Verweilen und Plaudern und um sich die Farben und – ach ja – auch die Fahrzeuge anzusehen.

Ich werde umgehend und freundlich angesprochen und gefragt, ob ich einmal im Tesla S (Grundpreis um die 83.000 Euro) Platz nehmen möchte (was ich bejahe) und wie ich ihn denn finde.

Anschließend werde ich gefragt, ob man mir einige Modelle zeigen dürfe (was ich wieder bejahe). Wir unterhalten uns kurz und unverbindlich über die meiner Meinung nach wirklich durchdachten Fahrzeuge. Als ich erkläre, dass bei mir in nächster Zeit kein Kauf ansteht, werde auch ich nach meiner E-Mail-Adresse gefragt.

Und weil ich den jungen Mann so nett finde und etwas Zeit und Interesse habe, frage ich ihn, wie das Konzept von Tesla hier in der Stadt zu verstehen sei. Er sagt mir: „Wir sind im Grunde ein ganz normales Autohaus. Wenn Sie eine Probefahrt wünschen, können Sie die auch machen, nur verkäuferisch beraten, das übernehmen dann die Kollegen und Kolleginnen vom Verkauf.“

Nun erschließt sich mir auch, warum er mich nicht nach meinem Namen fragte und mich nicht besser qualifizierte. Er war einfach nur nett. Vielleicht schlägt sein ja iPad Alarm, wenn ich ein Kaufsignal von mir gebe. Ich hoffe, ihn und seinen Kollegen braucht es nicht nur zum Sammeln von E-Mail-Adressen…

Auch wenn mir dieses Konzept neu ist, so kann ich ihm doch einiges abgewinnen. Ich nehme an, dass die Berater/innen bestens geschult sind und durch eine Vorselektion von „Guckern“ – die anscheinend gern gesehen sind bei Tesla, es könnten ja die Käufer von morgen sein – dafür sorgen, dass sich der Verkauf auf den Verkauf konzentrieren kann. Und wenn der dann noch gut umgesetzt wird, ist dies ein schickes und durchgestyltes, aber meiner Meinung nach auch durchaus funktionierendes Modell zum Verkauf von Fahrzeugen.

Ich bleibe dran und werde mir weitere Autohauskonzepte ansehen. Vor allem möchte ich wissen, wie die verkäuferische Leistung in einem solchen, ganz anderen „Ökokreislauf“ abschneidet. Das finde ich am besten bei einem Testkauf heraus.

Fortsetzung folgt …