Was versteht man eigentlich unter der sogenannten Arbeitswelt 4.0?

Immer häufiger ist von Veränderungen in der Arbeitswelt und von der „Arbeitswelt 4.0“ zu lesen und zu hören. Doch was bedeutet das und was bedeutet es für die Arbeitnehmer?

Ich habe den Begriff einmal in Google eingegeben und ein wenig quergelesen, da mein Eindruck ist, dass in den letzten Jahren immer mehr Sammelbegriffe, die einfach nur cool und modern klingen, die Runde machen und um die Aufmerksamkeit der Leser 205und der Zuschauer buhlen.

Dabei bin ich auf die Seite von Robert Freund (https://agile-unternehmen.de/was-bedeutet-4-0) gestoßen, der die gemeinten Sachverhalte für meine Begriffe sehr treffend beschreibt:

Arbeiten 1.0: Bezeichnet die beginnende Industriegesellschaft und die ersten Organisationen von Arbeitern.

Arbeiten 2.0: Ist die beginnende Massenproduktion und die Anfänge des Wohlfahrtsstaats am Ende des 19. Jahrhunderts.

Arbeiten 3.0: Umfasst die Zeit der Konsolidierung des Sozialstaats und der Arbeitnehmerrechte auf Grundlage der sozialen Marktwirtschaft.

Arbeiten 4.0: Wird vernetzter, digitaler und flexibler sein. Wie die zukünftige Arbeitswelt im Einzelnen aussehen wird, ist noch offen.

Seit Beginn des 21. Jahrhunderts stehen wir vor einem erneuten grundlegenden Wandel der Produktionsweise.

Okay – so weit dazu, was mit „4.0“ gemeint ist. Doch was ist nun mit der Arbeitswelt und ihrer veränderten Auswirkung auf Mitarbeiter und Angestellte?

Nun, einfach gesagt: Auch das Arbeiten wird individueller gestaltet werden, starre Hierarchien wird es in den nächsten Jahren immer weniger geben. Selbstorganisation, die auch das Zeitmanagement umfasst, wird gefordert und ein geändertes Arbeitsumfeld die Folge sein inklusive der Möglichkeit, von zu Hause, unterwegs oder in einem vernetzten Großraumbüro zu arbeiten und somit die Arbeit und das Alltagsleben miteinander verschmelzen zu lassen.

Und auch das in den letzten Jahren immer stärker zugenommene Arbeitszeitpensum wird auf dem Prüfstand stehen und zunehmend und stärker diskutiert werden. Das alles wird Arbeit effizienter machen und dem Menschen so die Chance geben, mit den digitalen Anforderungen und der technologischen Entwicklung mitzuhalten. In der Idealvorstellung sind so mehr Handlungsspielraum und Kreativität des Einzelnen möglich und eine flexiblere Gestaltung der Arbeitszeiten bis hin zu einer Reduzierung dieser.

So weit die Theorie.

Eines wird die technologische Entwicklung auf jeden Fall mit sich bringen, mehr denn je: die Notwendigkeit von Eigenverantwortung und der Fähigkeit, auch einmal Nein sagen zu können. Denn flexibles Arbeiten ohne feste Arbeitsstelle heißt auch, immer erreichbar sein zu müssen. Schön zu sehen, dass gerade große Unternehmen Vorreiter darin sind, ihren Mitarbeitern Auszeiten zu gönnen, indem sie z. B. die Server um 20 Uhr abends herunterfahren.

Nur: Wie wird sich z. B. das autonome Fahren auswirken? Das Schreiben von Mails und Bildtelefonie während der Autofahrt sind aus meiner Sicht nicht mehr weit entfernt.

Schlussendlich bedeutet dies alles aber nicht, dass wir Angst vor der Zukunft haben müssen. Wie in allen Lebensbereichen und wie schon seit Anbeginn unserer Zeit werden wir Menschen es bis zum Limit treiben, sehen, dass wir so nicht mehr weiterkommen, und dann wieder alles umkehren wollen und zumindest eine Zeit lang vernünftiger sein.

Die Entwicklung der Technologie lässt sich nicht aufhalten, doch können wir lernen, selektiver damit umzugehen und sie für uns gewinnbringend einzusetzen. Denn noch immer entscheiden wir selbst, wie vernetzt unser Zuhause sein soll und ob unser Handy ein- oder ausgeschaltet ist.

Viel Erfolg – uns allen dabei!